Philipp Lahm - FanForum

 
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Autor Beitrag
Shantay
Großer Philipp Lahm Fan


Beiträge: 855


New PostErstellt: 26.06.05, 21:37     Betreff: Re: Where you lead

Mal wieder brauchte ich ein großes schwarzes Loch um darin zu verschwinden. Warum stelle ich mich eigentlich so an? Das war doch lächerlich. Ich sollte es doch eigentlich besser wissen, aber das tat ich anscheinend nicht. Mir fehlten die Worte und ich wusste, dass ich einfach Angst hatte. Das ärgerte mich und brachte mich dazu wenigstens noch was zu sagen. „Ich würde das ungerne hier ausdiskutieren.“ Das war kein glanzvoller Satz gewesen, aber er entsprach der Wahrheit, denn verständlicherweise fühlte ich mich hier doch ziemlich unwohl. Er musterte mich kurz und ich kam mir noch schrecklicher vor, aber dann nickte er und ich sah mich kurz nach meinem Bruder um, der neben uns stand und nicht so recht wusste ob er diese Entwicklung nun schon als wirklich toll, oder wenigstens als kleinen Fortschritt einstufen sollte.
Sebastian hatte ihn auch angesehen und meinte zu ihm. „Und dich bringen wir besser erstmal ins Hotel.“ Dabei zwinkert er ihm wieder fröhlich zu und tat so als ob das hier alles das normalste auf der Welt wäre. War ich wieder die einzige die das hier nicht normal fand?
Mein Bruder versuchte sich ein bisschen größer zu machen und meinte völlig überzeugt: „Ist schon in Ordnung, ich kann da auch alleine hin.“ Nur hatte ich da Einwände anzumelden. „Nichts da. Mum bringt mich um wenn sie das erfährt.“ – „Ich werde es ihr schon nicht sagen.“ – „Trotzdem, dir traue ich alles zu. Wahrscheinlich fährst du dann nämlich nicht ins Hotel.“ An dieser Stelle mischte sich Sebastian in unser Gespräch ein. „Ok, wir machen das so.“ Er holte sein Handy raus und wählte eine Nummer. „Der Junge kriegt jetzt ein Taxi das ihn nach Hause…“ Er konnte den Satz nicht ganz zu ende bringen weil er von Bastian unterbrochen wurde. „Spar dir die Mühe, ich fahr ihn kurz rum. Zukünftigen Teamkollegen muss man doch helfen.“ Er grinste meinen Bruder an und der vergaß ganz, dass er eigentlich selbständig sein wollte und alleine mit der S-Bahn fahren wollte, und nickte begeistert. Dagegen konnte ich jetzt auch nichts mehr sagen. Meine Mutter hätte an dieser Stelle noch nachgefragt wie lange er denn schon Führerschein hätte und all so etwas, aber daran dachte ich in diesem Moment nicht. Ich dachte daran, dass ich gleich mit Sebastian alleine sein würde ich so einiges zu erklären haben. Naja, eigentlich nur mein komisches Verhalten, aber das reichte ja auch schon. Mir zumindest.
Nachdem mein Bruder weg fahr bedeutete mir Sebastian ihm zu folgen und ging dann zu seinem Wagen. Ich blieb kurz davor stehen. Dies war mal wieder einer der Momente im Leben, in denen man sich fragt ob das wirklich alles passiert, oder ob man sich das nur einbildet. Es kam mir in diesem Moment so vor, als ob irgendjemand meine Rolle spielen würde und ich nur Zuschauer sein würde. Das war irgendwie sehr komisch.
In diesem merkwürdigen Zustand setzte ich mich in das Auto und betrachtete es interessiert. Ich wusste nicht was ich erwartete zu sehen, aber ich sah mich dennoch um. Mir gefiel das Auto, nicht, dass ich davon irgendwas verstehen würde, oder mich sonst dafür interessieren würde, aber es war so eine Angewohnheit von mir, mir unbekannte Autos von innen genauer anzusehen. Dieses hier schnitt eindeutig gut ab.
Und dann stieg Sebastian auch ein. „So, wo geht’s hin?“ – „Öh, keine Ahnung.“ – „Schön, ich auch nicht.“ – „Oh wunderbar.“ – „Gut, dann fahren wir jetzt einfach mal los und irgendwo hin und sehen dann wo wir ankommen.“ Und dass tat er auch wirklich. Oder zumindest fuhr er los und schien einfach wahllos irgendwo lang zu fahren. So kann man natürlich auch Sprit verbrauchen.
„Willst du Musik hören?“ – „Ja, das wäre super.“ Also schaltete er das Radio ein. Er machte auf mich einen sehr ruhigen Eindruck. Machte er so was etwa öfter? Irgendwen einfach mitnehmen und dann auch noch so eine wie mich? Gut, vielleicht war das jetzt schon der passende Zeitpunkt um was Vernünftiges und Erklärendes zu sagen. „Weißt du, normalerweise führe ich mich nicht so schrecklich auf.“ – „Okay.“ War ‚Okay’ eine gute Antwort? Das heißt, war sie positiv zu werten? Ich sah ihn unauffällig von der Seite an und wartete kurz ab ob er noch was sagen würde, aber er schien sich sehr auf den Verkehr zu konzentrieren, was ihm nicht zu verübeln war, da gerade irgendwie wirklich recht viel los war. Ich war nur froh, dass ich jetzt nicht fahren brauchte. Aber gut, da er nichts an sein ‚Okay’ anfügte musste ich wohl oder übel noch mehr sagen. „Es ist nur alles ein bisschen ungewohnt für mich. Kommt bei mir nicht so oft vor, dass ich vor Kameras stehe, oder in deren Nähe komme. Oder alleine schon das ich mit Leuten einen Abend verbringe die ich alle praktisch gar nicht kenne, außer aus den Medienberichten über sie. Hört sich blöd an, ich weiß, aber das ist mir alles ziemlich fremd. Diese Profi-Fussball-Welt.“ Ich wollte nun eigentlich noch so viel erklären, weil mir so viele im Kopf rum ging, aber ich konnte das nicht in Worte fassen und hörte lieber auf bevor ich wieder irgendwas Sinnloses sagen würde. Gespannt wartete ich auf seine Reaktion. Ich hatte bemerkt, dass während meiner Ansprache ein Lächeln über sein Gesicht gehuscht war, aber nun bog er erstmal ganz gemächlich ab bevor er etwas sagte. „Hört sich wirklich ein wenig verständlich an.“ – „Wirklich?“ – „Ja, aber das ist nicht sehr nett.“ – „Wie?“ Ich hatte Angst, dass ich jetzt schon wieder was Falsches gesagt haben könnte. „Einfach das alles als fremd abzustempeln und deshalb sich zurückziehen und so weltberühmte Leute wir mich (dabei musste er selber lachen) einfach als höhere Wesen einzustufen, die andere nicht beachten nur weil die öfter mal einer Kamera begegnen.“ Er grinste bei seiner Aussage und ich schien ein wenig amüsiert zu sein, aber ich verstand natürlich was er sagen wollte. Bevor ich darauf was erwidern konnte deutete er nach rechts auf ein kleines Eiscafé. „Na, was hältst du davon?“ – „Ja, Eis ist immer gut.“ – „Ganz meine Meinung. Dann ignorieren wir jetzt mal, den heutigen Morgen und essen ein Eis und du gibst mir mal die Chance dir ein paar Fragen zu beantworten.“ Ich nickte und war froh, dass er doch recht unkompliziert zu sein schien. Das war ein großer Vorteil, weil ich mir sehr kompliziert vor kam und zwei komplizierte Menschen würden es wahrscheinlich nie schaffen gemeinsam in Ruhe und Frieden ein Eis zu essen. Zumindest nicht, wenn ich einer diesen beiden Menschen war.


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