Frank
Forensuperguru 
Beiträge: 1916
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Erstellt: 01.08.06, 11:04 Betreff: Re: Die Tour de Farce... |
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da sind ja nun viele Aspekte betrachtet worden, da kann man gar nicht auf alles eingehen...
sollten die Medien aussteigen? natürlich nicht! sie sollten im Gegenteil alles noch viel genauer unter die Lupe nehmen und die richtigen Fragen stellen. aber da kann man wohl von den Herren Experten (Wüst, Aldag usw.) nicht mehr erwarten. schließlich sind sie mit den Leuten, denen sie die Fragen nach der Doping-Praxis stellen müssten ja zum Teil noch selbst umhergefahren. Schließlich könnten sie ja selbst genug dazu erzählen (schon wieder dieser Generalverdacht, ich weiß).
Naivität, Dreistigkeit der Rennfahrer: dazu heute dieses Interview mit Voigte: http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc~EB52CDAF5727F4B1994BA7718EC942857~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Frage: Sie sagten, Sie seien ein "Guter" - wie geht das in dieser Branche? dazu Voigtes Antwort: In meinen Augen ist das recht einfach. Alles, was du benötigst, ist ein Nein. Und wenn du sehr höflich bist, sagst du noch: nein, danke. Mir ist auch noch nicht vorgekommen, daß jemand zu mir gesagt hätte: Hey, Jens, hör mal zu, gib mir 10.000 Dollar, ich gebe dir die Pille, und damit gewinnst du. Wenn du geradeaus deinen Sport machst, trainierst, deine Rennen fährst, bist du auch nicht so sehr in Gefahr. Ich stelle mir das immer so vor: Man muß aktiv auf die Suche gehen nach so was. Daß der Fahrer sagt, ich möchte besser werden, ich möchte die Tour oder Rund um den Kirchturm gewinnen, und der dann von sich aus ein Signal aussendet, ich wäre bereit, dies oder jenes zu machen - ist da jemand, der mir helfen will? Wenn es Opfer gibt in der ganzen Geschichte, dann ist es unser Image, und es sind die ehrlichen Fahrer, denen der Sieg geklaut wird. "
Wie lange ist der schon im Geschäft??? Vor der Tour hätte ich gesagt: "guter Mann", aber jetzt klingt das alles etwas weltfremd.
Was hat Floyd falsch gemacht?
Wahrscheinlich hat man sich einfach bei der Dosis verrechnet. Als Sieger wäre er doch wohl 100%ig kontrolliert worden. Insofern wäre es naiv von ihm und seinen Betreuern gewesen, zu glauben, man kann nichts nachweisen. Vorsorglich hat er dann am Abend vorher ein paar Bier getrunken, damit man die hohen Werte auf den Alk schieben kann. Und wenn das keiner glaubt, dann ist es eben die Hüfte, und überhaupt hat er ja eine Schilddrüsenerkrankung und wer weiß was noch alles. Die haben sich das alles schon vorher genau überlegt. Das Schlimme ist, dass die Sportler mit solchen Märchen (fast) immer durchgekommen sind. Zumindest für Floyd dürfte es eng werden, denn da müssten sich seine Anwälte schon mal ganz neue Geschichten ausdenken, wie denn die Hüfterkrankung zu einer Zufuhr von synthetischem Testosteron führt. Ja entweder ist er jetzt das bauernopfer für eine saubere Tour und eine Erneuerung im Radsport oder es werden die Testverfahren angezweifelt, wie dies seine Ärztin in der BILD ja schon angedeutet hat.
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